BA - Prinz(essin)

Dieses Thema im Forum "Literarisches und Geschichten" wurde erstellt von Mantis, 14. November 2012.

  1. Mantis

    Mantis Heilende Hände

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    Dieser Thread ist Teil des Projekts Bardenakademie.
    Jeder ist willkommen, seine eigene(n) Geschichte(n) zum Thema "Once upon a time, there was a lovely prince(ss). (S)he was locked away in a castle guarded by a terrible fire-breathing dragon. Many brave knigts had attempted to free her/ from this dreadful prison, but none prevailed." hier zu posten und dazu eingeladen, die Geschichten der anderen Schreiberlinge zu kommentieren.

    Viel Spaß beim Schreiben und Lesen. :)

    Bisherige Beiträge:
    After Action Report - Kraven
    (Ohne Titel) - Timestop
    Glücklich bis an ihr Lebensende - Mantis
    (Ohne Titel) - Zelon
     
    Zuletzt bearbeitet: 7. März 2018
  2. Kraven

    Kraven Lernender

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    Gah... das Layout sieht schrecklich aus, aber ich kann mittels Forensoftware nicht viel am Zeilenabstand oder ähnlichen Dingen ändern, die das Ding weniger Textwall-artig erscheinen lassen. Und Absätze gehören in einen Dialog nicht rein.
    Empfehlung: Text kopieren und in eine Office-Suite eurer Wahl einspeisen, dann ließt es sich weitaus flüssiger.



    Once upon a time, there was a lovely princess. She was locked away in a castle guarded by a terrible fire-breathing dragon. Many brave knigts had attempted to free her from this dreadful prison, but none prevailed.
    Until, one day...


    After Action Report

    „In Ordnung, Wilkins, geben Sie mir die harten Fakten.“
    „Vierundfünfzig Verwundete, achtundzwanzig Tote, Sir.“
    „Einschließlich der Opfer der beiden DRAGON-Abstürze?“
    „Nein, Sir. Zum jetzigen Zeitpunkt haben wir noch keine verlässlichen Daten bezüglich der Anzahl der Opfer. Die Rettungskräfte sind noch dabei, die Trümmer zu durchforsten.“
    „Und die Gefangene?“
    „Entkommen, Sir.“
    „Was uns zu der großen Frage bringt, wie um alles in der Welt sie das geschafft hat, nicht wahr, Wilkins?“
    „Sir.“
    .
    „Das war keine rhetorische Figur, Wilkins.“
    „Ich bitte um Verzeihung, dies nicht bemerkt zu haben, Sir.“
    „Wilkins.“
    „Sir?“
    „Wie um alles in der Welt hat sie das geschafft?“
    „Nur die Fakten, Sir?“
    „Haben wir denn genug davon?“
    „Nein, Sir.“
    „Dann füllen Sie die Geschichte mit genug Mutmaßungen, um ein stimmiges Bild zu geben.“
    „Jawohl, Sir. Um 22 Uhr 53 Ortszeit öffnete sich die Zellentür der Gefangenen, und sie begann...“
    „Verzeihung, aber ich will sicher gehen, dass ich das richtig verstanden habe. Ihre Zellentür öffnete sich?“
    „Ja, Sir.“
    „Ist das etwas, was unsere Zellentüren hin und wieder spontan tun?“
    „Nein Sir. Sie hatte Hilfe von außen. Ein Hacker mit dem Codenamen Prince.“
    „Nach dem Musiker?“
    „Ich fürchte, nach der Märchengestalt, Sir. Sie wissen schon, der strahlende Prinz, der die bedrängte Heldin rettet?“
    „Ja, ich kenn die Geschichte. Was hat unsere hilfloses Weibsbild in Bedrängnis dann getan?“
    „Die Wache niedergeschlagen, ihr den Betäubungsstab und die Schlüsselkarte abgenommen und ihre Flucht gestartet.“
    „Mir hat man früher andere Märchen vorgelesen.“
    „Sir.“
    „Laut den Funksprüchen haben wir ein Notfallteam reingeschickt. Warum haben die nichts von ihr gesehen?“
    „Sir, der Einsatztrupp kam nicht wegen der Flüchtigen. Sie hatte ein Zeitfenster von etwa zwei Minuten, bis der Alarm ausgelöst wurde.“
    „Der Alarm für ihre Zelle?“
    „Nein, Sir. Der Alarm für die Zellen in den zwei benachbarten Zellenblocks.“
    „Was geschah mit dem Einsatzteam?“
    „Es wurde überwältigt, Sir. Kurz darauf nachrückende Einheiten konnten den Aufstand niederschlagen, fanden bei der anschließenden Zählung aber keine Spur von der Gefangenen.“
    „Die zu diesem Zeitpunkt schon längst an einem ganz anderen Ort im Komplex war.“
    „Wie Sie sagen, Sir. Folgt man der Spur der bewusstlosen Körper, die sie hinterlassen hatte, schlich sie sich von der Wäscherei in die Fabrikhallen. Sie hoffte wohl, von dort aus auf das Helipad zu gelangen.“
    „Sie hatte damit Erfolg, nicht wahr?“
    „Ja, Sir.“
    „Sie sagten, sie hätte bewusstlose Körper hinterlassen. Keine Toten zu dem Zeitpunkt?“
    „Keine, die sie direkt verursacht hätte. Natürlich kamen während des Aufstands zahlreiche Gefangene und ein paar Wachleute ums Leben, doch sie selbst schien bemüht, ihre Opfer am Leben zu lassen, Sir.“
    „Das heißt, für unsere Leute bestand bei der Verfolgung keine direkte Gefahr?“
    „Nein, Sir.“
    „Wie haben die Wachen darauf reagiert?“
    „Mit Panik, Sir.“
    „Mit Panik?“
    „Sir, einen Gegner am Leben zu lassen ist ein Zeichen von Stärke. Man demonstriert, dass er keine Gefahr für einen darstellt, dass man es sich leisten kann, ihn oder sie am Leben zu lassen.“
    „Und unsere Leute haben diesen Unsinn geschluckt?“
    „Wir wissen natürlich nicht, ob das die ursprüngliche Intention der Gefangenen war, Sir, aber ja, das Wachpersonal neigte zur Unruhe, nachdem der Körper von Seargent Cooper gefunden worden war.“
    „Sergeant Cooper?“
    „Ja, Sir.“
    „Sergeant Ferdinand Cooper?“
    „Sir.“
    Kampfausbilder Ferdinand Cooper?“
    „Staff Sergeant Ferdinand Jefferson Cooper, Ausbilder des sechsten Platoons, ja, Sir.“
    „Wie um alles in der Welt hat sie das geschafft?“
    „Sergeant Cooper ist im Moment noch nicht vernehmunsgfähig, aber es sieht nach einer Mischung von unbewaffnetem Nahkampf, einem Betäubungsstab sowie mehreren stumpfen Werkzeugen aus, die sie einem ebenfalls unschädlich gemachtem Handwerker abgenommen hat.“
    „Um an seinen Besucherausweis heranzukommen?“
    „Das hätte wenig Sinn gehabt, Sir. Der Ausweis funktioniert nur mit einem gültigen Foto-“
    „Und wird von den Wachleuten am Tor persönlich abgenommen, ich weiß. Wie ist sie dann herausgekommen?“
    „Durch die Lüftungsschächte, Sir.“
    „Sie verarschen mich.“
    „Sir?“
    „Ist das nicht eine der ersten Sachen, die wir bei der Sicherung dieses Ladens hier unternommen haben? Die verdammten Lüftungsschächte zu verkleinern?“
    „Das haben wir, Sir, aber die Maschinen innerhalb der Fabriken benötigen einen größeren Luftstrom als die regulären Büros, so dass ein Mensch sich, etwas Mühe vorausgesetzt, durchaus hindurchzwängen kann.“
    „Aber wir haben die größeren Gänge vergittert!“
    „Was wohl der Grund war, aus dem sie den Handwerker niedergeschlagen hat. Sie hat sein tragbares Schweißgerät an sich genommen.“
    „Und dann hat sie sich ihren Weg freigeschweißt?“
    „Sir.“
    „Die Frau ist also aus ihrer Zelle ausgebrochen, hat den Fabrikkomplex infiltriert, eine hohe Anzahl an Wachen bewusstlos geschlagen und sich anschließend ein Sparring Match mit Sergeant Ferdinand Cooper geliefert – und dann hat sie sich ihren Weg durch die Lüftungsschächte geschweißt?“
    „Sir.“
    „Weswegen hatten wir sie noch einmal festgenommen?“
    „Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.“
    „Wirklich?“
    „Im weitesten Sinne, Sir. Es war mehr eine Art Lesezirkel, Diskussionen über eine mögliche Demokratisierung der Gesellschaft, prinzipiell nicht gefährlich. Es liegen allerdings bestätigte Berichte über raubkopierte Musik vor.“
    „Ja, ich sehe, dass es definitiv den Verlust von all den Männern und Material wert war, diesem Schrecken Einhalt zu gebieten.“
    „Sir.“
    „Okay, und dann, als sie auf dem Dach angekommen war... das war dann der Teil mit den explodierten Treibstofftanks und dem ersten zerstörten DRAGON, richtig?“
    „Ja, Sir. Unseren Leuten gelang es, der Entflohenen einen Hinterhalt zu legen.“
    „Der damit endete, dass sie alle starben.“
    „Der damit endete, dass sie alle starben, Sir.“
    „Hat das etwas damit zu tun, dass sie diese gewaltigen Gas- und Treibstofftanks auf dem Dach als sinnvollste Deckung ansahen, was meinen Sie?“
    „Nun, Sir, prinzipiell war diese Wahl durchaus vernünftig. Der betroffene Treibstoff hatte einen derart hohen Flammpunkt, dass ein simpler Beschuss mit allem anderem als Phosphormunition niemals zu einer Explosion hätte führen dürfen.“
    „Ist das so?“
    „Ja, Sir.“
    „Dann kommt jetzt bestimmt der Part, in dem Sie mir erklären, dass sie Phosphormunition in die Finger gekriegt hat?“
    „Nun...“
    „Wilkins, wo um alles in der Welt hat die Frau es geschafft, Phosphormunition in die Finger zu kriegen?“
    „Sie hat sie einem der Wachleute abgenommen, die den Hinterhalt gelegt haben, Sir.“
    „Sie hat... die selben Wachleute, die sich hinter gewaltigen Treibstofftanks verschanzt haben, wurden mit Phosphormunition ausgerüstet.“
    „Ja, Sir.“
    „Die selben... wer, Wilkins? Wer zur Hölle kam auf diese glorreiche Idee?“
    „Major Helena Carter, Sir.“
    „Major... ja. Natürlich. Major Carter. Das klingt wie etwas, das sie tun würde.“
    „Sir.“
    „Hatte sie wenigstens das bisschen Anstand, mit ihren Männern zu verbrennen?“
    „Sir, ich möchte Sie darauf hinweisen, dass wir den geschlechtsneutralen Ausdruck 'Leute' verwenden, um möglichen Implikationen aus dem Weg zu gehen, wir...“
    „Wilkins.“
    „Sir?“
    „Halten Sie die Klappe.“
    „Sir.“
    „Ist Major Carter bei dem Feuer ums Leben gekommen?“
    „Nein Sir. Die geborgenen Aufnahmen aus dem DRAGON implizieren, dass sie überlebt und sich einen Zweikampf mit der Entflohenen auf dem dem Einsturz nahen Hallendach geliefert hat.“
    „In den der DRAGON natürlich nicht eingreifen konnte...“
    „Da sonst die Gefahr bestanden hätte, Major Carter zu treffen, in der Tat, Sir.“
    „Und welch schreckliche Verschwendung dies gewesen wäre. Statt dessen fand Major Carter also ihr unrühmliches Ende, indem...?“
    „Indem sie von der Entflohenen in die brennenden Gebäudetrümmer zehn Stockwerke unter sich gestoßen wurde, Sir.“
    „Das klingt doch so, als hätte der DRAGON dann endlich freie Schussbahn gehabt.“
    „In der Tat, Sir, allerdings störten die Flammen die Infrarotsensoren, und bis es den Piloten gegeben war, die Zielerfassung sinnvoll neu zu kalibrieren, war es der Entflohenen bereits gelungen, sich zu bewaffnen und den DRAGON abzuschießen.“
    „Den DRAGON abzuschießen.“
    „Sir.“
    „Den schwer gepanzerten, vor Feuerkraft strotzenden, mit Störsensoren ausgerüsteten Kampfhelikopter abzuschießen?“
    „Ja, Sir.“
    „Wie, Wilkins? Wie hat sie das fertig gekriegt?“
    „Mit der Lanze des Drachentöters, Sir.“
    Stille.
    „Mit der...“
    „Lanze des Drachentöters, Sir.“
    „Ich bin mir ziemlich sicher, dass Sie etwas anderes meinen als das, was ich mir gerade vorstelle.“
    „Vermutlich, Sir. Die Lanze des Drachentöters ist eine experimentelle Waffe, die hochfrequente, gebündelte Lichtstrahlen abschießt und von unserer wissenschaftlichen Abteilung gerade in einen tragbaren Prototyp eingesetzt worden war.“
    „Soweit kann ich folgen, aber was hat dieses Ding dort auf dem Dach gesucht?“
    „Da sind wir uns selbst nicht ganz sicher, Sir. Aber laut einigen Unterlagen war für diese Nacht ein experimenteller Beschuss geplant, das benötigte Personal wurde dann jedoch, aufgrund des Alarms, so schnell wie möglich evakuiert.“
    „Und ließ sein Spielzeug dort oben.“
    „Sir, die Anweisungen für einen Notfall lassen keinen Zweifel daran, dass die Rettung von Menschenleben unbedingten Vorrang vor der Sicherung eventueller Ausrüstung hat, und Paragraph Dreiundsiebzig B des Militärhandbuchs...“
    „Sparen Sie es sich, Wilkins, ich hab das Ding gelesen. Nach diesem Abschuss also...“
    „Nun, Sir, danach verschwimmen die Ereignisse etwas, auch, weil viele eventuelle Augenzeugen immer noch unter den Trümmern begraben liegen. Es scheint darauf hinauszulaufen, dass sie sich in einer weitestgehend geraden Linie den Weg aus dem Gelände geschossen hat, wobei unsere Überwachungsgeräte zusätzliche Probleme mit weiteren Hackerangriffen bekamen. Letzten Endes... verschwand sie wohl einfach.“
    „Und sie wird nie wieder kommen?“
    „Sir?“
    „Ich meine natürlich, was für Pläne haben wir, um sie wieder dingfest zu machen.“
    „Nun, Sir, sie kann sich eigentlich nur in den Abwasserkanälen unterhalb der Stadt entflohen sein. In genau diesem Moment sind wir dabei, mehrere Teams hinunter zu schicken, um sie ausfindig und unschädlich zu machen.“
    „Gut, gut. Machen Sie das.“
    „Sir.“
    „Und sagen Sie den Mä... den Leuten, dass sie sich gefälligst zusammen nehmen sollen. Das hier ist kein verdammtes Spiel!“
    „Wie Sie sagen, Sir.“




    [R]eplay / [C]ontinue?
     
    Zuletzt bearbeitet: 9. November 2013
  3. Rhonwen

    Rhonwen Forumsköchin

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    Herrlich zu lesen. Ich hatte es direkt vor Augen. Danke für diese Lachtränen am Sonntag Morgen.
     
  4. Timestop

    Timestop Running out of Time

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    Das riesige Monster trampelte über die Straße, spie Feuer und schrie lautlos. Eine Frau tat es ihm gleich. Ein Mann kam herangesprungen und versuchte sie wegzuziehen. Das Bild zoomte nah an sie heran. Manchmal wünschte sich Saphira, dass Godzilla gewinnen würde. Sie drehte ihren Kopf vom stumm gestellten Fernseher weg und ließ das Streichholz mehrfach fahrig über die Reibefläche streichen, bis es sich explosionsartig entzündete, steckte damit ihre Zigarette an und nahm einen tiefen Zug.

    Rauch waberte aus ihrem Mund und Nase hervor, während sie sich den jungen Mann ansah, der steif im IKEA Stuhl saß und sich dabei weiter in ihren alten Sessel fläzte. Er war stattlich und erwiderte ihren Blick ohne Furcht. Der Anzug saß perfekt und die Krawatte war geschmackvoll gewählt. Nur die Schwertlilien in seiner Hand wirkten unpassend. Er hielt eine Schachtel Pralinen vor sich wie ein Schild und blickte sie erwartungsvoll an, bis seine Augen plötzlich nach rechts zu ihrer Hand wanderten und sich seine Stirn leicht in Falten legte.

    "Ah", sie ließ den Rest des Streichholz fallen, die Flammen hatten sich zu ihren Fingerspitzen vorgearbeitet, trat es auf dem fleckigen Teppich aus und fluchte.

    "Sagen sie doch was."
    "Verzeihung", seine Stimme klang melodisch, angenehm tief. Sie zeigte mit fragendem Gesichtsausdruck auf die Pralinenschachtel. Er schaute kurz darauf, nickte dann und legte sie auf den Tisch.
    "Was machen sie denn so?"
    "Sie meinen beruflich?"
    "Beruflich, ihre Hobbies. Erzählen se mal", sie steckte sich eine der Pralinen ganz in den Mund.
    "Hauptsächlich beschäftige ich mich mit Pferden. Ich reite."
    "Sie schind Jockey? Dafür scheinen schie mir ein bisschen grof", nuschelte sie kauend und schluckte.
    "Ich bin Springreiter. Auch Gelände, Dressur, Military."
    "Sind sie gut?"
    "Ich war bereits in der Nationalauswahl."
    "Und davon kann man leben?"
    "Meine Eltern haben unter anderem ein Gestüt, das ich leite."
    "Wie war nochmal ihr Name?"
    „Siegfried. Siegfried von Ritter."

    Sie hob das Kinn. Ein Adliger. Nicht schlecht. Sie nahm nochmal einen Zug, bevor sie sich eine weitere Praline in den Mund stopfte.
    "Sie haben also ein Auskommen."
    "Ich denke schon."
    „Ein Auto?“
    „Draußen steht mein Ferrari.“
    Sie nahm einen sehr tiefen Zug.
    „Und was noch? Trinken sie?“
    „Gott bewahre. Nein.“
    „Aber ich. Schaaatz!“, ihr Ruf hallte durch die kleine Wohnung.

    Eine schwere Tür öffnete sich quietschend und heraus trat ein Mädchen, deren langes, lockiges Haar mit der Geschwindigkeit mit der sie hindurchschwebte nicht mithalten konnte und nach einem kurzen Moment in der Luft wieder elegant auf ihre Schultern zurückfiel. Wunderhübsch.
    „Ja, Mama?“
    „Bring mir mal was von dem Schnaps und etwas für unseren Gast. Was wollen sie?“
    Sie blickte den jungen Mann mit ihren geröteten Augen an, der das Mädchen lächelnd anguckte und mit einem ebenso glücklichen Lächeln dafür belohnt wurde.
    „Wasser wäre nett.“
    „Und eine Vase für die Blumen, bitte“, ergänzte die Mutter.
    Das Mädchen nickte strahlend, blieb aber stehen. Die beiden jungen Leute ließen die Augen nicht voneinander, so dass man eine stabile Brücke zwischen ihren Wimpern hätte spannen können.
    Die Mutter beobachtete die Szene argwöhnisch mit zusammengekniffenen Augen.
    „Prinzesschen, wann ist das Essen fertig?“
    „In ein paar Minuten, Mutter“, das hübsche Mädchen ging langsam rückwärts zurück in die Küche, schaute ihren Helden dabei weiter an.
    „Und mach bitte die Tür zu“
    Erst als das Mädchen dem Befehl nach einigen Sekunden nachgekommen war, drehte sich der Kopf des Mannes wieder in Richtung der Hausherrin.
    "Schwein."
    "Wie bitte?"
    „Ich hoffe sie mögen Schwein. Sie sind doch kein Vegetarier oder Moslem oder so?“
    „Nein“, er schüttelte den Kopf.
    „Gut“, sie ließ etwas Asche auf den Teppich fallen.
    „Wie haben sie meine Tochter denn kennengelernt?“
    „Über ein Datingportal.“
    „Natürlich, wie die anderen.“
    Er schaute etwas verwirrt, aber seine Mine erhellte sich, als das Mädchen zurückkam, eine Vase abstellte, ihm die Blumen sanft abnahm und sie hineinstellte. Sie schenkte ihm wieder ein entwaffnendes Lächeln.
    "Liebes, brennt in der Küche nichts an?"
    Das Mädchen huschte wieder davon. Saphira glaubte einen leicht missmutigen Gesichtsausdruck bei dem jungen Mann entdecken zu können. Aber dann wandelte sich sein hübsches Gesicht wieder in die höfliche Maske.

    „Ach, machen sie sich nichts vor. Sie sind nicht der erste. Sie ist ja auch nicht mehr die Jüngste.“
    „Ja, das habe ich mitbekommen“
    „Das sie nicht mehr jung...?“
    „Nein, nein“, warf er schnell ein. Er wirkte bestürzt. „Das es andere Bewerber gab.“


    „Ja, sehen sie, meine Hübsche werfe ich nicht dem Erstbesten vor die Füße, dafür müssen sie schon kämpfen. Aber ich glaube sie sind etwas Besonderes.“
    „Ich danke ihnen.“
    „Was haben sie denn sonst noch für Fähigkeiten? Helfen sie im Haushalt? Putzen, waschen, spülen? Sind sie handwerklich geschickt? Sitzpinkler?“

    Er wirkte nur kurz überrascht, bejahte dann aber die ersten beiden Fragen und verneinte die dritte und vierte.
    Nunja, niemand war perfekt, wer brauchte schon so etwas?

    „Können sie mir Enkel schenken?“

    Er reagierte wieder recht gefasst, lachte sogar leise. Er denke schon, aber das wäre wohl nicht nur seine Entscheidung.

    Sie rümpfte die Nase. Sie hätte seine Standhaftigkeit gerne selbst getestet, aber dazu war ja vielleicht später noch Zeit.
    Sie schaute wieder auf den Fernseher. Die Sportschau begann gleich.
    „Interessieren sie sich für Fußball? Was meinen sie wer gewinnt?“, fragte sie beiläufig.
    „Ich hoffe Dortmund.“
    Die Vorschau des Spieltags begann.

    Sie schaute noch eine Weile auf den Fernseher, blinzelte, leckte sich über die Lippen, schubste dabei die Reste der Zigarette aus dem Mund, die langsam zu Boden segelten und sah ihn lange an.
    Er war völlig ahnungslos.

    „Herbert“, schrie sie. „Herbert!“

    Es dauerte einige Sekunden, dann wurde eine andere Tür aufgerissen. Ein riesiger, kahlköpfiger Mann im dreckigen Unterhemd, das seinen dicken Bauch kaum bedeckte, erschien. Er hielt einen ölbefleckten Lappen in der Hand, auf seinem Gesicht war eine Frage gemeißelt.
    Sie zeigte zitternd auf den jungen Mann.
    „Er ist Dortmund Fan.“

    Der junge Siegfried starrte auf den blauen Schal der über die Tür genagelt war, die Wimpel, Fähnchen, Bilder und erkannte seinen Irrtum. Er stand auf.
    Der Riese ging sofort auf den Mann zu, packte ihn am Kragen und schleppte ihn zur Tür. Obwohl Siegfried sich wehrte, zog ihn Herbert wie eine Puppe mit, öffnete die Haustür und schleuderte ihn hinaus gegen die gegenüberliegende Wand, als wäre er ein Handtuch.
    „Und komm nich wieder!“
    Herbert schmetterte die Tür zu. Sie fiel endgültig ins Schloss.

    Das Mädchen stand in der Küchentür und hatte das alles mit offenem Mund mitangesehen.

    „Er war nah dran, aber sowas geht echt nich“, kommentierte Mutti kopfschüttelnd. „Ich danke dir, Herzchen, dafür lieb ich dich.“ Sie warf ihrem Gatten einen Luftkuss zu, bevor sie sich eine neue Fluppe ansteckte.

    Der strich über sein Schalke Tattoo auf dem breiten Oberarm.
    „Immer gerne.“
    Er schaute seine Stieftochter an.
    „Der Typ war echt nix für dich. Nen Schwarz-gelber. Ha. Wann gibt es Essen?“
    Das Mädchen blieb unbewegt und schien den Tränen nahe.

    „Ach Schätzchen, es kommen bestimmt weitere. Mach das Essen fertig. Wir speisen wieder zu dritt. Dann wird Herbert auch satt“, meinte Mutti und scheuchte ihre Tochter wieder zurück in die Küche.


    Once upon a time, there was a lovely princess. She was locked away in Kassel guarded by a terrible fire-breathing dragon. Many brave knigts had attempted to free her from this dreadful prison, but none prevailed.
     
    Zuletzt bearbeitet: 10. November 2013
  5. Chinasky

    Chinasky Dirty old man

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    Beides geile Stories! :up::up:
     
  6. Zelon Engelherz

    Zelon Engelherz Wachritter des Helm

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    Kravens Story mochte ich beim ersten Mal lesen nicht. Aber nachdem ich noch einmal etwas wartete und mir Zeit nahm, begann mir der Text immer mehr zu gefallen und ich begann zu denken "ja, so würde es im nachhinein im Feindeslager wohl ablaufen, sobald man den ersten Level hinter sich hat".

    Am Ende ist es ein guter Text. Vielleicht nicht das Beste von dir, aber schön routiniert und die Dialoge funktionieren. Fein!

    Time dagegen beweist mal wieder, dass sein Sinn für Humor eigentlich eine eigenständig denkende Wesenheit ist, die seit Jahren nichts weiter tut als einen gelungenen Gag nach dem anderen zu produzieren. Gut so, denn dadurch kommen wir unverfälscht und ohne leidige Zensur in den vollen Genuss seiner (Times oder sein Humor, sucht es euch aus) absurden Szenarien und können ungehemmt lachen.

    Danke Kraven, danke Time:).

    Edit: Den zweiten Teil des ersten Satzes zu meinen Kommentar von Time fand ich unpassend und habe ich mal wegeditiert.
     
    Zuletzt bearbeitet: 4. Dezember 2013
  7. Mindriel

    Mindriel Traumläufer

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    Endlich mal dazu gekommen zu lesen. Tolle Ideen die Geschichten! :up:
    Im Prinzip sagt das alles aus, denn beides sind genau das, ausgeschrieben Varianten der "Castle" Geschichte - aber gute Varianten. Die Idee aus Castle Kassel zu machen gefällt mir insgesamt am besten :D
    Interessant, dass beide die normalen Begriffe, Drache, Ritter, Prinz/essin für ein etwas anderes Szenario adaptieren, beide Geschichten ins Moderne gehen - aber doch völlig anders sind :)

    Angenehme Träume,
    Mindriel
     
  8. Mantis

    Mantis Heilende Hände

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    Glücklich bis an ihr Lebensende

    Das war es dann also.
    Der Turm stand in Flammen, der Drache verendete in einer Ecke des Burghofs, und sie stand vor ihm. Ihrem Retter, ihrem Prinzen. Sie hatte sich diesen Moment in all den Jahren ihrer Gefangenschaft ausgemalt, in all den einsamen Stunden, in denen sie am kleinen Fenster ihres Turmes saß und den Wolken beim Vorüberziehen und dem Firmament beim Farbwechsel zusah. Sie hatte alle Geschichten gelesen, die in ihrer kleinen Bibliothek über die strahlenden Helden, die Drachentöter, die Retter und Ritter zu finden waren. Sie hatte ganze Tage damit zugebracht, sich diesen Moment in all seinen unbedeutenden, romantischen, epischen Einzelheiten vorzustellen.

    Und jetzt, da sie ihren Helden endlich vor sich stehen sah, war sie... enttäuscht. Sie hätte nicht einmal sagen können, was genau sie sich erhofft hatte, doch der blutbespritzte Kerl, der da vor ihr stand und geistesabwesend eine zerfledderte Rose (aus ihrem Rosengarten, kein Zweifel) in seinen Händen drehte und sie unverwandt anstarrte, war es jedenfalls nicht.
    Es war ihr, als könne sie seine Gedanken lesen, als würde sich ihr zukünftiges Leben vor ihren Augen ausbreiten. Der leidenschaftliche Kuss - der Ritt zu zweit auf seinem weißen Ross in den Sonnenuntergang, in sein Königreich – seine Eltern – die Verlobung – der Hofstaat – die Hochzeit – die Hochzeitsnacht – die Kleider – die Kinder.
    Gemeinsames Altwerden, was für sie als zukünftige Königin per Definition zeitlich sehr beschränkt sein würde. Eigentlich gab es für sie als Königin nur zwei Optionen: jung und geliebt und von allen betrauert viel zu früh zu sterben, oder ihren königlichen Gemahl zu überleben und erneut zu heiraten, dazu verdammt, zur bösen Stiefmutter zu werden.

    Aber von solch grausigen Zukunftsvorstellungen ganz abgesehen – fühlte sie sich überhaupt schon bereit für all das? Heirat, Kinder, Verantwortung?
    Wenn man mal darüber nachdachte, war so ein Leben im Turm gar nicht so schlecht.

    Ein Räuspern ihres Retters holte sie abrupt in die Realität zurück.
    Sie fokussierte ihren Blick, der zusammen mit ihrem Bewusstsein meilenweit entfernt gewesen war, und legte ihre Stirn fragend in Falten.
    „Ah... müsstest du dich jetzt nicht dankbar und erleichtert und überglücklich an meine Brust werfen und mir deine unsterbliche Liebe bekunden?“
    „Eigentlich schon... aber – nimm's mir nicht übel, die Rüstung sieht ziemlich stachlig aus. Und die Blutflecken würd' ich doch nie aus den Kleidern rauskriegen.“
    Sie sah seinen enttäuschten, nein, verletzten Blick und versicherte ihm hastig: „Hey, das heißt jetzt nicht, dass ich dir nicht dankbar wäre...“
    „...aber?“ Der Rosenstängel drehte sich weiter in seinen Händen, die Blütenblätter schon längst von unruhigen Händen zerpflückt.
    „Aber das scheint mir doch etwas viel Verbindlichkeit auf einmal, ich meine, ich kenne dich doch gar nicht.“
    „Aber das ist doch in den Geschichten auch nie anders. Erst kommt die große, heroische Rettung, dann kommt das und-sie-lebten-glücklich-bis-ans-Ende-ihrer-Tage, und der Rest muss halt irgendwo dazwischen stattfinden. Schätze ich.“
    Er sah schon nicht mehr so selbstsicher aus wie vor Minuten noch, als er im Alleingang die riesige, feuerspeiende Echse erschlagen hatte – nicht mehr wie ein strahlender Ritter, sondern vielmehr wie ein unsicherer Jugendlicher, der zwar schon viel von solchen Dingen wie Liebe gelesen hatte, sie jedoch noch nie selbst erfahren hatte. Oder auch sonst irgend ein anderes prägendes Erlebnis, das über eine behütete Jugend hinaus ging.
    „Willst du das denn? Das ganze bis-ans-Ende-ihrer-Tage und so?“, fragte sie.
    „Naja“, sagte er, und zuckte leicht mit einer Schulter, was ihn noch jünger aussehen ließ als er vermutlich war. „Ich mach das eigentlich hauptsächlich, weil das Drachen erschlagen verdammt cool ist. Der ganze andere Kram gehört halt dazu, kann man nichts gegen machen.“
    „Nur weil du mich gerettet hast, heißt das doch nicht, dass wir zusammen bleiben müssen, oder?“
    „Aber es heißt doch: und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende.“
    „Ja – aber nirgendwo steht geschrieben, dass sie das zusammen tun.“
    „Stimmt.“
    Mit einem Mal sah er sehr erleichtert aus.

    Und so gingen sie ihrer Wege, jeder für sich, und lebten glücklich bis an ihr Lebensende.
     
  9. Malik ibn Harun

    Malik ibn Harun Sohn der Wüste

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    Die Geschichte hat mich sehr unterhalten, danke. :):up:
     
  10. Zelon Engelherz

    Zelon Engelherz Wachritter des Helm

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    Jupp, sehr unterhaltsam.

    Dafür gibt es den amüsierten Daumen des Oberchefs :fies::up:!

    ;):D
     
  11. Lisra

    Lisra Schmusekater

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    Hab' gut gegrinst.



    Für die Einzelheiten der spannenden Einzelleben bestellen sie Band 2 und von Epische Mörchen. ;)
     
  12. Mantis

    Mantis Heilende Hände

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    Danke euch :) freut mich zu sehen, dass ihr überhaupt noch wer liest, und wenn euch das Geschichtchen auch noch Spaß gemacht hat, dann umso mehr :)

    @Lis: Führe mich nicht in Versuchung :D :p
     
  13. Timestop

    Timestop Running out of Time

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    Na klar, immer her mit den Möhrchen, im Keller vergammeln sie nur.

    Kravens Geschichte brauchen wir übrigens als Computerspiel. Kickstarter? Mit Wilkins als Off-Kommentator, auch bei Sterbeszenen.

    "Und dann hat sie irgendso ein durchschnittlicher Soldat erschossen? Ich dachte sie wäre entkommen?"
    "Sir, mein Fehler, es war anders..."

    *letzen Speicherpunkt laden*
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Februar 2014
  14. Lisra

    Lisra Schmusekater

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    "Nonono, that's not what happened. I defeated those monsters! Let me start again!"


    Good times. :D
     
  15. Chinasky

    Chinasky Dirty old man

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    Hey Mantis, Du denkst pointiert! Ich hab eben überlegt, warum deine Geschichten so gut klappen, und daran wird's wohl liegen: du kennst schon am Anfang das Ende. Sowas erfüllt mich mit Neid. :)

    Ach ja, und noch was Lobendes muß neidvoll erwähnt werden: Du läßt Vergleiche (ein Mann wie ein Berg - er fühlte sich, wie wenn ihm jemand eine Oblate unter die Fingernägel geschoben hätte...) im Zweifelsfall raus aus deinen Texten.
    Tust Du das bewußt und indem Du die Texte streng redigierst, oder bist Du einfach von der Natur bevorteilt und immun gegen die Vergleicheritis?

    @Kraven: :D
     
  16. Mantis

    Mantis Heilende Hände

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    Da ist kein 'wie' drin? :confused:
    Uh. Nein, das mach ich nicht bewusst.. ich wusste bis gerade eben nicht, dass das überhaupt als stilistisches Mittel verpönt wird :D

    Uh... danke :) *rotwerd*
     
  17. Zelon Engelherz

    Zelon Engelherz Wachritter des Helm

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    Wieder nach einer Vorgabe ohne Einschränkung der Wörter geschrieben.

    ----------------------------------------------------------------

    Die Prinzessin saß im Turm und kam nicht raus.
    Da war ein Monster vor ihrem Turm und ließ sie nicht fort.
    Aber es störte sie nicht, denn sie hatte ja die Vögel, die ihr von der großen, schönen Welt da draußen berichteten und sie anfänglich mit Lust auf mehr erfüllten.

    Die Jahre vergingen und die gefangene Prinzessin wurde bitter, angesichts der Einsamkeit die sie in ihrem Herzen fühlte und den Hass den sie gegen sich selbst aufgebaut hatte. Denn nicht nur, dass die Vögel ihr von der Welt da draußen erzählten, nein sie berichteten auch von den Prinzen die solche wie sie retteten.
    Nie kam ein Prinz, um sie zu retten.

    Ungeheuer und Prinzessin wurden weiterhin älter. Das Monster begann mit der Zeit mehr einem zu groß geratenen Tumor denn der monströsen Gestalt die es vorher war zu ähneln, sein Atem wurde schwerer und schon bald konnte es nicht einmal mehr die Hälfte aller Schafe fressen, die es doch sonst so gerne immer mit Freude verschlungen hatte.

    Und dann war es soweit: eines Tages kamen die Vögel geflogen und berichteten vom Tod des Ungeheuers, welches sich nicht mehr regte und sagten der Prinzessin, dass sie nun frei sei. Doch für die Prinzessin war es zu spät, sie glaubte nicht mehr an ein besseres Leben außerhalb des Turms und verweigerte sich den Worten ihrer gefiederten Freunde.

    Diese ließen jedoch nicht von ihr ab, sprachen von Hoffnung und Liebe in all ihrer Pracht, sodass die Prinzessin es nicht mehr aushielt und sie die Nester der Vögel zu zerstören begann. Die Vögel, entsetzt und sehr traurig, flogen davon und kehrten nie wieder zurück.
    Die Prinzessin ist immer noch nicht gestorben und lebt weiterhin im Turm.
     
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