Kurzgeschichten

Rink

Strassenköter
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Wir haben ja gar kein Topic für Kurzgeschichten mehr. War überhaupt mal eines da? Na, ich bin schon gespannt, was hier noch alles gepostet wird, hoffentlich lasst ihr mal alle eure schreiberische Ader sprechen und nehmt euch ein Herz diesen Thread nicht aussterben zu lassen. Auch gegen Kommentäre hat sicher niemand was :) Also machen wir doch was draus ;)


Liebe auf ewig

Du legst dich zu mir, schlingst dich eng um mich, in mich, ich spüre deinen heissen nackten Körper so nahe an meinem.
Sinnlich küsse ich dich auf deine zarte weiche Haut, streichle sie während die Luft beginnt vor Erregung zu knistern und zu flimmern.
Das Feuer der Leidenschaft umhüllt uns verschluckt uns, lässt uns durch den siebten Himmel fliegen, gemeinsam einsam.
Die Zeit scheint still zu stehen zusammen lassen wir uns umwehen, abseits aller Regeln geben wir uns ganz der Begierde hin, ich versinke tief in deinem Duft und er reisst mich näher an deine Liebe.
Deine heisse Hülle, die sanfte Stimme, wie von Sinnen liege ich in deinen Armen und in dem Kuss, der mir beinahe das Bewusstsein nimmt.
Ein Taumeln in Wärme und Zärtlichkeit so wundervoll.
Die Stille schmiegt sich an uns und das Funkeln in deinen Augen lässt meinen Körper vor Glücklichkeit erbeben.
Dieser Moment soll nie enden, kann er auch nicht, zu schön, zu wundervoll, was wir für uns empfinden.
Sanft küsst du die Tränen meiner Freude von meinen Wangen.
Jede einzelne Faser meines Körpers schwingt mit dir, ich lasse dich durch meinen Körper gleiten, mein Herz berühren, lasse dich heilen, was daran zerbrochen schien.
Überwältigend, die Liebe, die uns verbindet - für immer.
Dann klingelt der Wecker ...
und sagt mir, dass ich auch heute wieder Blumen auf dein Grab legen werde.

(Rink Slayter 21. Juli 2001)

Nachwort: Es ist nicht mein Schicksal, das ich da erzählt habe, aber ich fühle sehr mit Leuten, denen es so geht wie in meiner Geschichte..
 

Lestrad

Fluch der Ebenen
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Wow, bin ehrlich echt tief gerührt!
 

Tirion

Orkischer Philosoph
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hmmm...

ein weiterer Raum in den Hallen von FOR-UM für die Barden unter uns ... eine gute Idee!

Mir persönlich fallen nicht so viele pointierte Geschichten ein; wenn mir mal ein Geistesblitz durch den Kopf schießt, werde ich auch sicher posten, ansonsten möge man mir verzeihen, wenn ich im flackernden Kerzenschein auch Geschichten aus anderen Quellen erzähle.

Zu deiner Erzählung kommt mir eine Ballade von Gerhard Schöne in den Sinn, die ich jetzt mal aus der Erinnerung sinngemäß wieder gebe:

Ein zweites Leben

Er öffnete die schweren Flügeltüren der Klinik und trat hinaus; das Sonnenlicht blendete ihn und die warme Sommerbrise spielte auf seiner Haut. Als er die letzten Stufen der breiten Freitreppe hinabgeschritten war, lag das alles schon weit zurück, der strenge Geruch der Desinfektionsmittel, das hektische Schlagen von Türen in der Nacht, und dann der versteinerte Blick des Arztes, als ihm mitgeteilt wurde: " Es tut mir leid! Wir haben alles Erdenkliche getan, aber jetzt ist es vorbei!" Jahrelang hatten sie gegen seine Krankheit angekämpft, die eher durch einen Zufall diagnostiziert worden ist, die sich wie ein Leichentuch auf sein Leben gelegt hatte und jegliche Freude aus ihm heraussaugte, die ihm bei zahlreichen Terminen im Krankenhaus immer wieder Hoffnungen auf eine Heilung zunichte gemacht und scheinbar die letzten Funken Energie geraubt hatte. Sechs Monate, höchstens noch, hatte der Arzt gesagt, und dann noch, machen Sie was draus!

Und als er jetzt die Hauptstraße überquerte und den Park betrat, den er früher auf dem Weg zur Arbeit oft so achtlos durchschritten hatte, schien es ihm, als ob eine schwere Last, die bisher auf sein Leben gedrückt hatte, von ihm genommen worden sei; die Zeit des Kämpfens war vorbei, und er konnte jetzt noch einmal, wenn auch nur ein kurzes, neues Leben beginnen. Die Welt schien sich auf einmal in sich zu krümmen und neu zu entfalten, mit einer Intensität auf ihn einzuströmen, die er auch schon in der Zeit vor der Krankheit nicht verspürt hatte. Ganz langsam zog er die teuren Halbschuhe und Strümpfe aus, setzte die nackten Füße ins Gras und spürte dem Kitzeln der Halme an seinen Fußsohlen nach. Er hörte das Summen der Bienen und Gezwitscher der Vögel wie zum ersten Mal, und vermochte plötzlich ihre Stimmen wahrzunehmen, und umarmte die Bäume, sprach zu ihnen, während seine Hände an der Rinde entlangtasten. In der Mitte des Parks war ein Brunnen; ohne lange zu zögern, sprang er in ihn hinein, warf den Aktenkoffer von sich, und planschte wie ein kleines Kind darin herum, bis er vor Erschöpfung sich auf die steinerne Umrandung setzte: "So viele Jahre hab ich all das an mir vorübergehen lassen, alles verpennt. Ach, könnte ich doch noch einmal von vorn beginnen..."

Und als er mit diesen Gedanken seinen Kopf ins Wasser steckte, um einen tiefen Schluck zu nehmen, verschwamm die Welt vor seinen Augen, schien sich ein zweitesmal zu falten, und als er den Kopf wieder hob, blickte er auf das Kopfkissen seines Bettes, das ihm diesen Traum beschert hatte, spürte, wie die Tränen in ihm aufwallten und unkontrolliert aus ihm hinausströmten, und klammerte sich hilflos, aber mit ungewohnt leichtem Herzen, an die Hand seiner Frau, die zu ihm hinübertastete und leise fragte: "Ist etwas los?"...
 

skull

Thronfolger
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Hm... die ist traurig, aber irgendwie schön, Rink.



Ich weiss nicht ob das hier jetzt so reinpasst, aber ich habe mal eine Geschiche für die Leselupe (Leselupe.de) geschrieben, vielleicht ist sie auch ein wenig zu lang, aber was soll's!;)



Der Fahrstuhl
oder
Männer sind Schweine

Entsetzt über sich selbst starrte Elke auf das blutige Küchenmesser in ihrer Hand.
Hatte sie es wirklich getan? Einen langen Moment konnte sie es selbst nicht glauben, trotz der Leiche die in einer Blutlache vor ihr auf den billigen Plastikfliesen der Küche lag.
Frank. Er hatte sie um die besten Jahre ihres Lebens betrogen, nur um dann mit einer jüngeren durchzubrennen. Sie hatte er in ihrer billigen Wohnung im 5. Stock des hässlichen Plattenbaus zurückgelassen, allein und ohne Geld.
Nur um sein Rasierzeug zu holen war er zückgekommen, und sie hatten sich angeschrieen, und dann hatte sie geheult, aber er hatte sich nur über sie lustig gemacht, sie auf den Boden geschmissen und verspottet.
Und sie hatte das Messer genommen, und es ihm in den Rücken gerammt. Nur einmal, aber Frank war umgefallen, hatte noch mehrere Teller und einen Topf vom Tisch mit sich gerissen, und war still liegen geblieben. So lag er nun schon seit 5 Minuten, in einem Haufen zerbrochener Scherben und seinem eigenen Blut. Tot, wie Elke vermutete.
Angeekelt ließ sie das Küchenmesser fallen, und stürmte schluchzend aus der Küche.
Hektisch griff sie zum Telefon, um die den Notarzt anzurufen, aber die Nummer wollte ihr nicht mehr einfallen. Fahrig fuhr sie sich mit den Fingern der linken Hand durchs Haar, während ihre rechte Hand, die den Hörer des altmodischen Telefons hielt, schweißnass wurde.
Dann wurde sie plötzlich ruhig, und hörte auf wild zu schluchzen. Ihr Gesicht wurde hart.
Was hatte sie vor zu tun? Die Polizei anrufen? Wegen Frank? Damit sie wegen diesem Dreckskerl ins Gefängnis wanderte? Oh nein, nie im Leben!
In Gedanken schallt sie sich selbst ein weinerliches Gör, während sie wütend den Hörer zurück auf die Gabel rammte.
Aber was sollte sie dann tun? Langsam ließ sie sich auf den kleinen Hocker in dem engen Flur sinken, während sie kühl überlegte.
Ob sie behaupten sollte, Frank habe sie angegriffen? Aber sie hatte ihn in den Rücken gestochen, als er sich gerade umgewandt hatte um zu gehen, das würde ihr bestimmt keiner glauben.
Also gab es nur noch eine Möglichkeit, sie musste die Leiche, und mit ihr alles, was auf einen Mord hindeutete, verschwinden lassen.
Elke sah an sich herunter. Ihre Schürze war blutverschmiert, genauso ihre Hände und ein Teil des rosa Kleides. Angeekelt verzog sie das Gesicht.
Ein Blick in die Küche verriet ihr, das es dort gar nicht so schlimm aussah. Außer Frank und der kleinen Blutlache um seine rechte Schulter herum, sowie den paar zerbrochenen Tellern war dort noch alles sehr ordentlich.
Aber der Teppich des Flures, der an den Eingang zur Küche grenzte, wurde von ein paar unschönen, roten Fußabdrücken verunziert. Elke legte ihr rechtes Bein auf den linken Schenkel und betrachtete die Sohle ihres Schuhes. Tatsächlich, sie musste in die Lache getreten sein, als sie aus der Küche gestürmt war! Wütend streifte sie die Sandalen von ihren Füßen. Ihre besten Schuhe waren nun auch hinüber, alles nur wegen Frank, dem Mistkerl!
Sie musste jetzt kühl und methodisch vorgehen.
Elke ging wieder in die Küche, kletterte über den Esstisch (sie hoffte er würde ihr Gewicht aushalten, es war ein ziemlich billiger Esstisch) an Frank vorbei, zur hinteren Schrankwand und holte einer der großen, blauen Mülltüten hervor, die sie noch nie zuvor gebraucht hatte.
Dann trat sie mit der Tüte in der Hand unschlüssig zu Frank.
Das beste war wohl, wenn sie ihn in die Tüte stopfte, bevor sie um ihn herum aufräumte, denn so konnte kein Blut nachlaufen.
Nur wie sollte sie Frank, der gut und gerne seine 90kilo wog, in seinen blauen Leichensack hineinbekommen?
Eine Weile stand sie da und überlegte, dann machte sie sich ans Werk.
Sie ließ sich auf ihm nieder, sein Hintern zwischen ihren Schenkeln. Dann zog sie den Plastiksack über seine beiden ausgestreckten Arme und den Kopf, hob mit einem Arm Franks Oberkörper soweit sie konnte, und schaffte es, den Sack bis ungefähr zu seinem Bauch zu stülpen. Dann stand sie einfach breitbeinig über ihn, zog den Sack über den Rest seines Körpers und knotete dann das Ende zu. Erschöpft, und mehr mit Blut beschmiert denn je, ließ Elke sich auf einen Küchenstuhl fallen.
Es war geschafft, Frank war im Sack. Der Sack im Sack. Elke konnte einen Kicheranfall nicht unterdrücken. Wie ein kleines Mädchen, dachte sie, und musste deswegen nur noch mehr kichern. Verschämt, als ob noch jemand anders anwesend wäre, presste sie eine Hand gegen ihren Mund –und hörte abrupt auf zu kichern, als sie den metallischen Geschmack bemerkte.
Du dumme Kuh! Erklang wieder eine Stimme in ihrem Kopf. Sie hatte mit ihren blutbesudelten Händen den ganzen Tisch und auch den Küchenstuhl beschmutzt, und das alles musste wieder weggeputzt werden.
Seufzend wischte Elke ihre Hände an dem ohnehin nicht mehr zu rettendem Kleid ab. Das konnte warten, weiter im Takt.
Sie stand auf, tastete den blauen Sack nach Franks Schultern ab, griff mit beiden Armen unter sie und zog Frank in die Ecke der Küche, wo er nicht störte.
Dann wusch sie sich gründlich die Hände an der Spüle, holte Lappen, Kehrbesen und Schaufel, und beförderte die Scherben in den Müllsack und das Blut in den Ausguss.
Das blutige Messer wanderte ebenfalls in den Müllsack.
Dann holte Elke mehrere neue Lappen und Unmengen an Reinigungsmitteln hervor, und begann die Küche und den Flur penibel zu putzen, jeden Zentimeter, bis kein Tröpfchen Blut mehr übrig war.
Und zur Sicherheit gleich noch mal drüber.
Dies beanspruchte mehrere Stunden, besonders der Teppich war ein harter Gegner, da das Blut sich nur sehr schwer aus ihm löste, und sie ihn gleich komplett reinigte, damit die helleren Flecken nicht so auffielen.
Die schmutzigen Lappen wanderten ebenfalls in den Müllsack, genauso ihre Schuhe, welche Elke im Flur auflas.
Erschöpft stand Elke in der nun blitzeblank sauberen Wohnung, stemmte die Hände in die Hüften und lächelte glücklich. Das wäre geschafft.
Dann zog sie sich selbst nackt aus, stopfte ihre sämtlichen Klamotten die sie getragen hatte ebenfalls in den Müllsack, verschloss diesen, und ging ins Bad, um dort ausgiebig zu duschen.
Nachdem sie geduscht hatte, betrachtete sie ihren nackten Körper im Spiegel.
Frank hatte sie zu Grunde gerichtet, ihre besten Jahre hatte sie an ihn verschwendet, ihr ganzes Geld für ihn ausgegeben, bis sie alt und unansehnlich geworden war, und da hatte er sie verlassen wollen das Schwein, hatte sie allein sitzen gelassen!
Aber jetzt, wo Frank tot war, schienen ihre schlaffen Brüste wieder ein bisschen voller, schienen einige der Falten in ihrem Gesicht zu schwinden, schien ihr Bauch wieder ein wenig flacher zu werden.
Mit ihr war es noch nicht vorbei, jetzt wo sie sich freigemacht hatte von diesem Ekel. Sie konnte leicht einen neuen Freund finden, ja sicher, und wer weiß? Vielleicht sogar Kinder...
Fröhlich und mit neuem Lebensmut erfüllt zog Elke sich einen bequemen Trainingsanzug und Turnschuhe an, wobei sie die Melodie von ‚Männer sind Schweine’ summte, und überlegte was weiter zu tun sei.
Frank musste aus der Wohnung raus, das war klar. Nur wohin mit ihm? In den Wald? Nein, das war zu unsicher, im Fernsehen konnte man ja sehen, das die meisten Leichen die im Wald versteckt wurden, wieder auftauchten. Und Frank sollte nicht mehr auftauchen, nie wieder!
Elke hatte den Refrain von ‚Männer sind Schweine’ sicherlich schon 15mal wiederholt, als es ihr plötzlich wie Schuppen von den Augen fiel.
Sie würde ihn einfach... in diesem Moment klingelte das Telefon. Wütend griff Elke nach dem Hörer –und hielt erschrocken inne. Der Hörer war immer noch ganz blutverklebt, den hätte sie ja beinahe vergessen! Sie würde ihn unbedingt noch reinigen müssen, aber das musste warten, zuerst musste der Anrufer abgewimmelt werden. Hilflos sah Elke sich nach einem Taschentuch oder etwas ähnlichem um, aber es war nichts in Reichweite. Dann eben nicht!
Rasch griff sie nach dem Hörer, sammelte sich kurz, und nahm ab.
Es war Franks neue, Sarah.
Ob Frank denn noch bei ihr wäre, er wäre doch morgens losgefahren um sein Zeugs abzuholen, aber bis jetzt immer noch nicht aufgetaucht, ob sie denn nicht wisse wo er sei...
Giftig funkelte Elke den blutigen Hörer an. Die Schlampe tat gerade so, als sei nichts gewesen! Als hätten die beiden sie nicht aufs übelste betrogen!
Frank? Nein, der sei nicht bei ihr gewesen, flötete sie zurück, ob Sarah denn sicher sei, das er zu ihr... ja? Nun, zu ihr sei den ganzen Tag niemand gekommen, und Frank hätte auch nicht angerufen... aber Sarah solle sich nur keine Sorgen machen, Frank werde sich schon melden –da kannst du lange warten, Schwester- er sei halt schon immer ein wenig unzuverlässig gewesen... und er käme bestimmt bald wieder zurück –auch da kannst du lange drauf warten, Schlampe- und sie solle sich nur auf keinen Fall sorgen machen.....
Schließlich beschloss Sarah die umliegenden Krankenhäuser anzurufen, verabschiedete sich bei Elke, danke ihr für ihre Hilfe und legte auf.
Endlich, dachte Elke nur, aber ich fürchte du wirst deinen Schatz nie wiedersehen! Elke musste wieder kichern, und während sie den Hörer abputze, den Müllsack wieder auffummelte und auch diesen Lappen in ihm entsorgte, schmetterte sie wieder laut ‚Männer sind Schweine’.
So, jetzt hatte sie aber alles! Die beiden Säcke, ein großer und ein kleiner, beide säuberlich verschnürt, lagen bereit entsorgt zu werden.
Sie würde beide einfach in den Gemeinschaftskeller schleifen, wo sich Elkes große Tiefkühltruhe befand, ein wahres Monster von einer Tiefkühltruhe, die mit einem Schloss verriegelt werden konnte. Seit 20 Jahren hatte niemand das Ding mehr geöffnet (und das sollte, wenn es nach Elke ginge, auch 20 weitere Jahre so bleiben), aber den Schlüssel hatte sie immer noch.
Natürlich würde sie mit ihrer kleinen Entsorgungsaktion bis in die Nacht warten müssen, wenn sich niemand mehr im Treppenhaus oder im Keller herumtrieb.
Fröhlich machte sich Elke noch etwas zu essen, und ging dann zu Bett, wo sie sich ihre Zukunft in den schönsten Farben ausmalte, bis sie schließlich einschlief.
Um Mitternacht klingelte ihr Wecker und Elke stand auf, wischte sich den Schlaf aus den Augen, begab sich in die Küche, und schulterte den kleinen Müllsack. Wenn sich tatsächlich noch jemand im Treppenhaus aufhielt, wollte sie ihm nicht gleich mit einer Leiche erwischt werden. man würde sich zwar wundern, warum sie ihren Müll ausgerechnet mitternachts rausbrachte, aber was soll’s.
Leise öffnete sie die Tür ihrer Wohnung und trat mit dem Müllsack ins Treppenhaus. Dann wanderte ihr Blick unschlüssig zwischen der Treppe und dem nahen Aufzug hin und her. Der Aufzug war alt, so alt wie das verfallene Haus in dem sie lebte, und vor allem zu dieser Uhrzeit würde sie ihn normalerweise nicht benutzen, da kein Hausmeister da war der auf eventuelle Notrufe reagieren konnte, aber bis jetzt hatte der Aufzug immer verlässlich seinen Dienst getan, und sie konnte unmöglich Frank die ganzen 5 Stockwerke hinunter tragen.
Und dazu den leichteren Müllsack die 5 Stockwerke hinunterzutragen, und dann wieder hinaufzurennen, hatte sei keine Lust.
Also drücke sie den Knopf, wartete bis sich die Aufzugstüren rumpelnd öffneten, und betrat mit dem Müllsack die Kabine, wo sie den Knopf fürs Kellergeschoss drückte. Langsam schlossen sich die Fahrstuhltüren und der Aufzug begann seine Fahrt...
Ohne irgendwelche Zwischenfälle erreichte Elke den Keller, und verstaute den Müllsack in der Tiefkühltruhe.
Dann fuhr sie wieder nach oben zu ihrer Wohnung, ging in die Küche, packte Frank durch den Sack hindurch, wie schon zuvor unter den Schultern und schleifte ihn vorsichtig zum Aufzug.
Die Fahrstuhlkabine war relativ groß, und komplett mit den Schmierereien von Jugendlichen verunstaltet, diese hatten auch die im Fahrstuhl angebrachten Spiegel zerschlagen, und 3 der 4 Deckenlichter funktionierten auch nicht mehr.
Aber das sollte Elke jetzt nicht stören, sie drückte wieder den Knopf fürs Kellergeschoss, und wartete bis die Türen sich schlossen. Verwundert blickte sie die Türen an. Hatte das davor auch schon so lange gedauert? Ah jetzt...
Die Türen schlossen sich, aber, wie Elke erschreckt feststellen musste, nicht synchron, sondern nacheinander, zuerst die linke und dann die rechte, und beide stockten immer wieder, während sie zuglitten.
Ruckhaft begann der Aufzug seine Fahrt nach unten, und Elke schluckte schwer.
Dieses Mistding würde doch nicht etwa ausgerechnet jetzt den Geist aufgeben!
Langsam ging die Fahrt nach unten, und über Elkes Stirn rannen dicke Schweißperlen.
Zwischen dem vierten und dem dritten Stockwerk stockte der Fahrstuhl plötzlich, ein lautes Knacksen erklang... und er fuhr weiter.
Verdammt! Verdammt! Verdammt! Flüsterte Elke immer zu, während sie sich mit den Händen über das schweißnasse Gesicht fuhr, das durfte doch nicht wahr sein! Doch nicht ausgerechnet bei ihr, und nicht heute, nicht bei nacht und nicht mit einer Leiche im Sack!
In Elkes Bauch liefen Millionen von Schmetterlingen Amok, als der Fahrstuhl schließlich doch im Keller ankam. Erleichtert stöhnend sank Elke gegen die Wand der Kabine, und wischte sich die schweißnassen Hände und das Gesicht an ihrem Pulli ab, bevor sie aufstand um den Leichensack zu greifen.
Die Türen! Elke fühlte sich, als sei ein großes, kaltes Loch tief in ihr drin. Die Türen öffneten sich wieder nicht. Panisch fuhr sie auf und hämmerte auf die Konsole des Fahrstuhls ein, Erdgeschoss, siebter Stock, Keller, es half nichts, die Türen blieben geschlossen.
Dann ging auch das letzte Licht im Fahrstuhl aus.
Ein spitzer Schrei entfuhr Elke, dann trommelte sie kreischend mit aller Gewalt gegen die Türen bis ihre Hände schmerzten, trat dagegen bis sie nicht mehr konnte und wimmernd zu Boden sank. So lag sie einige Minuten da, in der Fötushaltung wimmernd und schluchzend, während ihre Welt in ihr zusammenbrach und sie mit schrecklicher Angst ausfüllte. Als sie nicht mehr weinen konnte, lag sie nur noch still in der Kabine.

Der Leichensack raschelte.
Kreischend sprang Elke auf, und nun drückte sie auch auf den Knopf für den Notruf, hämmerte regelrecht darauf ein, obwohl sie genau wusste, das ihn um diese Zeit keiner hören konnte. Nichts geschah, und da Elke auch keine weiteren Geräusche mehr hörte, nahm sie ihre Finger wieder vom Notruf.
Blöde Kuh schrie sie sich selbst an, willst du auffliegen! Sieh zu das du hier rauskommst, sei stark! Elke sammelte sich und rief sich alles in Erinnerung was sie von Aufzügen wusste.
Die Notluke, natürlich! In irgend einem Film hatte sie doch so eine Notluke gesehen. Nun wieder ein wenig zuversichtlicher, da sie ein Ziel hatte, tastete Elke die Decke der Kabine nach einem Hebel oder etwas ähnlichem ab, aber sie fand nix.
Wieder schossen Tränen der Verzweiflung in ihre Augen, und diesmal wäre Elke endgültig zusammengebrochen... da öffneten sich die Türen des Fahrstuhls, und ein matter Lichtschein fiel in die Kabine. Elke taumelte aus dem Fahrstuhl, und lachte, sie stolperte, fiel mit ihrem Bauch auf den Kellerboden, sie lachte und weinte gleichzeitig vor Glück, und ihre hysterische Lache sprengte beinahe ihre Brust, bis sie sich schließlich übergab, wieder und wieder kotzte sie auf den Kellerboden.
Mit einem starken Übelkeitsgefühl, doch zugleich immer noch glücklich das sie dem Fahrstuhl entkommen war, stemmte sie sich hoch, und dreht sich um zur Kabine.
Die Türen hatten sich wieder geschlossen.
Elke war zu erschöpft um wieder hysterisch oder ängstlich oder sonstwas zu werden, sie drückte einfach den Knopf und wartete ab was geschah.

Die Türen öffneten sich.

Vor ihr stand Frank.
In der blutigen Hand hielt er eine große Scherbe, und aus seinem bleichen Gesicht auf dem sich Schweiß mit Blut vermischt hatte, strahlte Elke ein irres Grinsen entgegen.
Hallo Schatz, sagte er.


©bei meiner Wenigkeit.

Kritik ist erwünscht, glaubt mir, ihr müsst euch nicht zurückhalten, ich kann das ab.:D
 

Paladin

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skull, das iest sich wie 'ne Story von meiner Mutter, und das bedeutet: ziemlich gut!:D
 

skull

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Wie meinst Du das?
Entsorgt deine Mutter auch gerne ehemalige Liebhaber in Tiefkühltruhen, oder scheibt sie Geschichten?:D
Aber danke, Hoschi.;)
 

Rank

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Jetzt wissen wir wo Pali das her hat. ;):D:D:D
 

Rink

Strassenköter
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@Lestrad und skull danke, ich muss gestehen beim Schreiben geweint zu haben :)

@skull ist gut geschrieben die Geschichte, muss man sagen! :) Hast auch kein Detail ausgelassen ;)

@Tirion Ja, auch Kurzgeschichten von anderen Autoren kann man hier erzählen :) Du hast sie sehr schön nacherzählt.

Na ja, mir fällt momentan nicht viel besseres ein... ;)


Mia..

Peter konnte die Stimmen, die schon seit Stunden auf ihn einredeten nicht mehr verdrängen. Er hatte versucht sich von ihnen abzukapseln, aber es war ihm nicht gelungen sie aus seinem Kopf zu werfen.
Die Stimmen schrien in Todesangst und redeten auf ihn ein, er solle es sich doch noch einmal überlegen. Sie sagten ihm, er irre sich und habe kein Recht das zu tun. Der einzige, der das Recht hatte Leben zu nehmen sei Gott, sagten sie.
Peter stand auf dem Fensterbrett im dritten Stock des Wohnhauses, indem seine Eltern eine dreienhalb-Zimmer Wohnung hatten. Das Fenster lag auf der Westseite und deshalb fuhr ihm der Wind sanft und fast zärtlich über die Wangen und durch die Haare.
Er hatte keine Angst vor dem Tod und das war auch sein Fehler. Er würde alles aufgeben ja genau das würde er tun
er würde tun
würde tun
nein nicht tun - nichts mehr tun
Peter liess seinen Blick über die Nachbarhäuser gleiten und blieb an einer mageren Gestalt hängen, die vor einem Apfelbaum im Nachbargarten stand und ihm zuwinkte. Es war Mia.
Er erinnerte sich an so viele Stunden, die er gemeinsam mit der gleichaltrigen Nachbarin verbracht hatte.
Trotz der enormen Distanz konnte Peter sehen, wie ihr eine einzelne Träne über die Wange kullerte und von ihrem Kinn tropfte. Als sie den Boden berührte wuchs dort ein kleiner Pflaumenbaum.
Er hasste Autos.
Ach ja - Pflaumen. Genau an dieser Stelle, an der Mia nun stand befand sich einst ein Pflaumenbaum. In seiner Rinde trug er ein Herz, das die gemeinsame Liebe bewiesen hatte, vor zwei Jahren hatte er ihn getötet. Ja getötet war das richtige Wort, denn genau das hatte er auch tun wollen, etwas töten. Es war nicht einfach gewesen, der Stamm war dick. Doch des Vaters Kettensäge hatte sein Werk getan. Als Peter damals mit ihm fertig war, da war kein Zentimeter des Baumes noch unversehrt. Es hatte nichts gebracht und niemandem geholfen, aber Peter hatte ihn damals in einem Wutausbruch förmlich zerfetzt.
Er hasste Autos.
Mias Eltern hatten geweint, als sie von der Beerdigung zurückkamen und den Baum vollkommen zerstört vor sich sahen.
Peter fing nun auch an zu weinen.
Er wusste nicht warum und es tat ihm auch nicht gut, aber er tat es.
Er tat es
tat es
nein nicht tun - zulassen
Peter überlegte, was seine Eltern wohl sagen würden, aber es war ihm eigentlich auch egal. Sie hatten auch ihm weh getan. Nun waren sie an der Reihe mit leiden.
Er hasste Autos.
Das Auto seines Vaters gab es seit einem knappen Jahr nicht mehr. Es war komplett ausgebrannt. Es ist doch verblüffend, wieviel ein brennendes Strichholz anrichten kann, wenn es auf einen, von Benzin getränkten Wagen traf, der zudem von zwanzig Pistolenschüssen durchbohrt war. Stolz ist er gewesen. Sein Werk.
Peters Vater hatte nichts gesagt - gar nichts. Aber er war noch am selben Tag in ein Heim gekommen. Eine Psychiatrie. Der Arzt hatte das schon ein Jahr zuvor empfohlen, aber Peters Eltern hatten damals nicht hören wollen. Aber es ist war, Peter wusste, das er krank war. Nicht körperlich, psychisch. Es fehlte ihm etwas. Etwas Wichtiges, nein - DAS Wichtigste.
Peter war nun entschlossen, Mia stand immer noch da und wartete. Peter wollte zu ihr, endlich zu Mia zurück. Dafür musste er nur einen kleinen Schritt machen, nur einem Schritt und sein sinnloses, bereits neunzehnjähriges Leben würde zu Ende sein. Endlich.
Die Stimmen hinter seiner Stirn waren nun leiser geworden. Er hatte Mia am liebsten gehabt und es nie ganz verkraftet. Vielleicht war er nun doch für den Schritt.
Kurzfristig war die Entscheidung gefallen. Ja, gefallen. Drei Stockwerke bis auf den Beton der Auffahrt, die seit einem Jahr leer war. Peter seit zwei Jahren.
Es war einfach gewesen: ein Schritt ins nichts, ein kurzer Fall, ein Aufprall und kurzer stechender Schmerz. Dann war nichts mehr, nur dieser Tunnel. Endlich konnte er sie sehen, Mia. Sie würden wieder zusammen finden -- dort, hinter dem Licht, -- hinter der Musik, -- hinter der Welt. JETZT

<BR>
[Editiert von Rink am 21-07-2001 um 14:55]
 

Paladin

Your average writer
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@skull
Öhm...verdammt...ich muss weg!:D
Nein, sie schreibt auch Krimikurzgeschichten, und wird veröffentlicht...
 

Jilocasin

Wanderer
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*brrr*
*Gänsehautkrieg*
Also eure Geschichten sind , meiner unliterarischen Meinung nach, allesamt klasse. Aber wiso immer diese Todesmotive? Nichts gegen eine Horrorgeschichte oder einen Krimi - aber bei Rinks Geschichten muß ich mich beherrschen nicht zur Hausbar zu laufen, um einen Schluck gegen die Depression zu nehmen, die mich überkommt :)
Aber: Hut ab - würde ich mir nicht zutrauen, so mit Worten umzugehen.
 

Rink

Strassenköter
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*noch einen draufsetzt*
Ok, ich poste mal den Anfang von einer weiteren Geschichte. Ich muss sie splitten, weil sie sonst einfach zu lang ist ;)
@Jilo
Todesmotive? Tja, hab mich mit dem Thema Tod auseinandergesetzt, es ist halt ein allgegenwärtiges Thema, dem man immer wieder begegnet und ich denke du kannst dir gut vorstellen, das ich genauso in Depression schwebe, wenn ich die Geschichten schreibe, wie du, wenn du sie liest. Aber so kann man sich halt auch was vom Herzen schreiben, jedenfalls ich kann das... hilft mir über die Zeit.
Ach übrigens, du hast in der Fortsetzungsgeschichte schon bewiesen, das du gut mit Worten und deiner Fantasie spielen kannst ;) Also nur Mut und schreib auch was.. :)

Aus der Dunkelheit (1.Teil)

Das Gefühl durchschlägt mich wie ein Blitz. Während noch bei meiner Stereoanlage das Lied: "in the end" von Linkin Park mit Lautstärke 50 aus den Boxen dröhnt, die Kerze vor dem Fenster brennt und nervös im Wind flackert, die Sonne ihre letzten Sonnenstrahlen über den Himmel schickt, schaue ich ein letztes Mal aus dem Fenster. Für was all die Lasten, die ich getragen habe, für was habe ich der Zeit noch eine Chance gegeben? Mein Leben fliesst an mir vorbei, ich sehe es, oder sah es jedenfalls vor einer Weile noch. Meine Welt wurde zu einem Wirbel für mich, während noch alle Leute mir erzählten, es würde mit der Zeit besser werden, wurde ich immer weiter und weiter hinuntergesogen, kein Halt mich zu retten, keine Hand, die mir helfen wollte. Alle blickten von mir weg, also tat ich das auch auf eine Art. Aber man kann nicht von sich selber davonlaufen, ich habe das nur allzu schnell feststellen müssen...
Mein Blick verliert den Ausdruck. Mit den Ellenbogen stütze ich mich auf dem Fenstersims auf und schaue in die Tiefe -Vögel spielen im Garten. Spatzen, Amseln, Meisen, sogar ein Zaunkönig - alle hüpfen unbeschwert durch den Garten, sie sind glücklich, oder jedenfalls kümmern sie sich um gar nichts was in der Welt vor sich geht. Aber das hatte ich selber ja auch nie getan. Glücklich war ich trotzdem nie. Glücklichkeit; für mich bloss ein Wort, eine Illusion, ein Schatten in der Vergangenheit, habe ich mir ihn nur eingebildet?
Der Himmel wird dunkel, mein Flugzeug fliegt in einer Stunde. Ich packe meine Sachen, Kerzen, den MD, das Papier und die schön zurechtgelegten Kleider zusammen. Ja, der schwarze Anzug war auch auf dem Haufen meiner Kleider, ich trug ihn während der Hochzeit, das war noch eine schöne Zeit. Als ich den Hochzeitsanzug wieder unter meinen Fingern spüre, zerreisse ich ihn mit einer schnellen Bewegung. Hass durchfliesst mich für einen kurzen Moment, schlägt jedoch fast sofort wieder in Resignation über, die Resignation, die mich schon seit mehr als einem ganzen Jahr begleitet. Ich habe nie herausgefunden, ob die Resignation mein Freund oder mein Feind ist, vielleicht keines von beidem.
Der Koffer ist schnell unter dem Bett hervorgezogen und auf dem Bett plaziert. Weinend streichle ich mit der Hand über die vielen Aufkleber, die wir auf unseren Reisen gesammelt haben. Wieder die Wut -sie ist wieder da, ich zerreisse alle Kleber, die meine Fingernägel finden. Mit solcher Kraft versuche ich die Erinnerungen wegzureissen, das mir ein Fingernagel bricht und warmes Blut über meine Hände rinnt. Erst nach einer Weile merke ich es und stelle fest, dass ich so nicht alle Aufkleber kaputt machen kann, überdecke ich sie mit Leim und klebe schwarzes Verpackungspapier darüber. Wir haben mit dem Papier immer unsere Geschenke verpackt. Tränen fallen auf den Koffer, als ich alle Sachen, die ich brauche einpacke. Sorgfältig packe ich Zahnbürste, Tücher, Rasierklingen und Rasierschaum ein. Dann folgen ein schwarzes T-shirt, die schwarze Jeanshose und die schwarzen Socken. Unterwäsche und die restlichen Toilettensachen schmeisse ich nur noch in die Kiste. Ich fühle die Wut wieder aufflammen und mache ihr mit einem gezielten Schlag gegen meine Lieblingsvase Luft. Die Blumen darin sind verdorrt und ergiessen sich mit dem Wasser über den antiken Holztisch und auf den Teppich am Boden. Die Wut verschwindet wieder. Ein Blick werfe ich zurück zu dem Koffer, dann nehme ich den Minidisc vom Bett und hole den Benzinkanister aus der Garage.

<BR>
[Editiert von Rink am 21-07-2001 um 14:57]
 

Rink

Strassenköter
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so weiter gehts... ;)
den Rest muss ich noch fertig stellen, aber ich poste es bald :)

Aus der Dunkelheit (2.Teil)

Keinen Blick verschwende ich mehr in die Richtung, aus welcher das Heulen der Feuerwehrwagen erklingt. Das Auto rast über die schmale Landstrasse. Mit 100 Sachen biege ich auf die Autobahn ein. Trotz der enormen Bodennähe des Wagens, kipp der Saab in der Kurve beinahe um. Auf zwei Rädern werden bald wieder vier und mit durchgedrücktem Gaspedal rase ich über die Autobahn. Selbstverständlich ohne eingeschaltete Scheinwerfer, Licht ist was für Weichlinge! Unterwegs dröhnt der Sound von Sentenced aus meinem offenem Autofenster und mein Blick fällt auf die Uhr an meinem Handgelenk, der Blick war nur gedacht, um festzustellen, ob ich den Flieger noch erwische. Diese Uhr- ich habe sie vorletzte Weihnachten von ihr geschenkt bekommen. Als sie aus dem Fenster fliegt, hoffe ich, das sie nie wieder dieses vertraute Ticken von sich geben würde. Hinter mir höre ich ein Quietschen, ein Krachen, mein Blick ist weiter nach vorne gerichtet, es ist mir egal. In der Ferne ertönt eine Sirene.
Mit einem lauten Hupen überhole ich einen Autofahrer, der nicht schnell genug Platz gemacht hat, selber Schuld, dieser Sonntagsfahrer! Trauer steigt in mir auf. Die Tränen fliessen mir die Wangen runter, mein T-shirt ist nach kurzer Zeit klatschnass, aber das Weinen tut mir gut, es beruhigt mich ein wenig. Ein Auto rammt den Saab, scheinbar hat er mich nicht gesehen, man hört noch seine Bremsen in der Ferne. Ich stelle den Sound lauter, so laut, das ich glaube es müsse mir in jeden Moment die Trommelfelle zerreissen.
Plötzlich prallt ein Vogel mit voller Wucht und einem ungeheuer lauten Krachen auf meine Windschutzscheibe - ja die Vögel, wie gerne hatten wir beide einfach schweigend den Vögeln zugeschaut, wie sie spielten. Scheiss Viecher, ich konnte sie noch nie leiden. Bald ist der Fleck auf der Windschutzscheibe zerlaufen und ich kann die Strasse wieder sehen. Die Scheibe ist noch fast intakt - fast.
Endlich erreiche ich die Ausfahrt zum Flughafen und reisse mein Steuer so herum, das ich über alle 3 Autobahnspuren auf die Ausfahrt komme. Beinahe wäre der Saab beim Vordermann aufgelaufen, im letzten Augenblick habe ich noch auf die Bremse gedrückt. Wieso eigentlich? - Reflex.
Hupend überhole ich ihn über das Gras fahrend und setze meinen Wagen zielgenau in den Pfosten, der dem Flughafengebäude am nächsten ist, damit ich nicht weit laufen muss. Mit Müh und Not kämpfe ich mich aus dem Airbag und steige durch die durch den Aufprall offene Tür aus dem Wagen. Wieso muss es überhaupt Airbags geben, die sind doch beim Sterben hinderlich.
Beinahe wäre ich auf dem Öl ausgerutscht. Leute betrachten mich Stirnrunzelnd aber niemand kommt näher um mir zu helfen. Ich mache mir keine Gedanken darüber. Mit schleppendem Schritt gehe ich zum Flughafen. Mein Flug wird gerade aufgerufen. Aber zuerst gehe ich noch auf die Toilette. Niemand schein auf der Herrentoilette zu sein. Als ich am Spiegel vorbei gehe, schaut mich ein fremdes Gesicht daraus entgegen, meine Hand begegnet seiner am Spiegel, so ein Zufall, seine ist gleich gross wie meine. Die Wut steigt in mir auf, grundlos? - ich schlage mit meiner Faust auf das fremde Gesicht ein, bis es über und über mit Blut verspritzt ist. Es dauert eine Weile, bis ich begreife, das es auch meine Hand ist, die blutet und ich deshalb aufhöre den Spiegel mit Schlägen zu versehen. Ich spüle das Blut ab, schlage dann den Wasserhahn mit einem Abfalleimer aus Metall kaputt und beschädige noch eine der Kabinentüren. Während das Wasser, das aus dem kaputten Wasserhahn in die Freiheit spritzt und langsam den Boden des Raumes überflutet, gehe ich mich einloggen.
 

Purple Acid

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Also ich bin echt ueberrascht!
Was ich da gerade alles gelesen habe ist besser als vieles, was man so im gut sortierten Buchhandel finden kann ;)

Ich hoffe es werden noch mehr Geschichten, so dass ich vielleicht durch diese Inspiration noch ein paar Geistesblitze bekomme... :)
Und wenn nicht kann ich mich ja trotzdem daran ergoetzen, was noch neues hier hinzukommt...
 

Paladin

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Dann probier ich's auch mal...und zwar als Einstimmung auf mein kommendes Auftragskiller-FRPG....

Die Kopfprämie

Mark Dodge ließ den Schlitten seiner Tokarev 213a zurückfahren, um die Waffe einsatzbereit zu machen. Die ganze Sache würde ziemlich blutig werden, aber er hatte keine Wahl. Entweder die oder er. Er hatte sich nicht zu beklagen, es war sein Job, und er mußte ihn tun. Warum er das tat, wußte er selber nicht, aber wahrscheinlich war es einfach die Tatsache, dass er ziemlich gut darin war. Mark spannte den Hahn seiner zweiten Tokarev. Er kontrollierte sein Nachtsichtgerät und die Kevlarweste, die er sich umgeschnallt hatte, dann das Headset, über dass er mit seinem Kollegen in Verbindung stand. Während er die MAC60 überprüfte, machte es "Bing".
15. Stock. Sein Einsatzgebiet. Mark stieg aus. Niemand in Sicht. Gut so. Das war sein letzter Auftrag, den er alleine erledigen würde. Sein Boss hatte ihn in eine Gruppe anderer Killer eingeteilt, um was großes zu erledigen. Blöder Kerl. Aber wenigstens zahlte er anständig.
"Bist du bereit, Vinch?", fragte Mark. "Ja, bin soweit!", knisterte sein Kompadre zurück. "Alles klar, dann halt dich bereit." Er bog in den einen weiteren Flur ein und hielt vor einer schweren Doppeltür. Die Präsidentensuite. Wie sich diese reichen Dreckskerle immer solche Zimmer leisten konnte....na ja. "O.K. Vinch: Fünf, Vier, Drei, Zwei, Eins, LOS!". Auf Kommando versagte die Stromversorgung des gesamten Gebäudes, der Feueralarm ging los. Gut, wie geplant. Dodge klappte das Nachtsichtgerät hinunter und trat die Tür auf, hinter der er wildes Gemurmel hören konnte. Er sprang in den Vorraum und registrierte 4 Leibwächter. Alle waren vollkommen überrascht, sowohl von der plötzlichen Dunkelheit als auch von Marks eintreten. Er zielte mit der MAC auf den ersten Kerl und entlud eine Salve auf den armen Teufel. Keine Reaktion seines Gewissens. Marm duckte sich, drehte sich um, warf sich nach hinten und schoß weiter. Zwei Tote. Keine Reaktion. Der letzte Wächter kriegte die Panik. Während er wild herumballerte, riß er die Tür zum Hauptraum auf und rannte schreiend hinein. Er wurde von ein paar Feuerstößen seiner eigenen Kameraden feudig begrüßt und krachte zurück dahin, wo er hergekommen war. Mark holte zwei Blendgranaten heraus und warf sie in den Hexenkessel, der sich "Wohnzimmer" nannte und dessen Sofas gerade noch mehrere schwerbewaffnete Männer zierten. Er riss sich das NSG vom Kopf, verstaute es in Windeseile und zog eine Sonnenbrille auf. "Bang". Die Granaten explodierten. Dodge zog beide Tokarevs und rannte in den Raum...


Soll ich weitermachen?
 

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@Pali
Ja mach weiter! :)
 

Rink

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Ja Pali, tönt gut, mach ruhig weiter :)
@all schön das es so gut läuft :)

Aus der Dunkelheit (3.Teil)

"Kein Gepäck?" fragt mich die Frau mit dem Anzug fassunglos. Die kleinen Lachrunzeln in ihrem Gesicht hüpfen seltsam, als sie spricht. Ich sehe sie gar nicht, ich schaue durch ein Fenster, an all den Leuten vorbei auf die kahlen Rasen vor dem Gebäude. Die Sonne ist schon lange untergegangen, der Rasen ist in künstlichem Licht erhellt. Kein Lebewesen, das sich auf diesem Gras tummelt - einfach schön. Als die Frau keine Antwort bekommt, lässt sie es dabei bewenden und schaut mir nur noch ein wenig verwirrt nach, bevor sie mich für immer vergisst, so wie es auch alle anderen Menschen in meinem bisherigen Leben getan haben.

An Bord muss ich neben einem fetten Geschäftsmann sitzen, wenigstens gibt er Ruhe. Fluchend stelle ich fest, das ich den MD im Wagen liegen gelassen habe, klar, sonst wäre ich auch nicht durch den Metalldetector gekommen. Erst nach acht Drinks habe ich mich ein wenig beruhigt und muss nicht mehr ständig gegen den Vordersessel einschlagen. Dabei verstummt der Sessel auch und versucht nicht mehr, mir klar zu machen, das man Rücksicht auf andere neben soll. HA! Wer hat den je Rücksicht auf mich genommen... mein Blick fällt zum Fenster, alles blau, das Meer aus einer so unromantischen Sicht. Mir wird übel, nachdem ich den Nachbar vollgekotzt habe, geht es mir besser. Nun fängt der Sessel wieder an, mich mit Moral vollzulabern, erst als ich auch ihn mit meinem Mageninhalt versehen habe, verstummt er wieder, vielleicht weil er nicht noch mehr Erbrochenes geschenkt bekommen will. Dafür kommt bald ein kurzer Jupe vorbei, der auf mich einredet. Ich höre der Frauenstimme nicht zu und konzentriere mich auf das Fenster, um mich nicht mit meinen Gedanken abquälen zu müssen.
Nach der Landung werde ich unsanft vom Sessel hochgerissen. Über dem Jupe erscheint so etwas wie ein Gesicht und versucht mir klar zu machen, das ich aussteigen soll, weil wir angekommen seien. Ich tue dem seltsamen Wesen den Gefallen und steige über die Treppe hinaus in die Nacht auf den Boden nieder.
Island.
Gleich neben dem Flugzeug liegt etwas am Boden, Weisskittel kümmern sich um es. Einer fragt mich was, ich nicke einfach - es ist mir egal.
Sie bringen mich mit einem heulenden Monster zu einem grossen Gebäude. Jemand will etwas von mir und ich höre etwas von "Schock", als ich dem Kerl sein Gesicht einschlage geht er wieder und man führt mich zu dem "es" das am Flughafen gelegen hatte. Ich stehe am Bett, viele Schläuche und Apperate sind an dem Bett angeschlossen, es wird von einer Krankenschwester betreut. Mein Blick fällt aus dem Fenster. Bald verlässt die junge Frau den Raum und lässt mich mit dem offenbar im Koma liegenden Bett alleine. Das Piepsen geht mir auf die Nerfen, ich schlage so lange auf die Kästen ein und reisse solange an den Schlüchen, bis das regelmässige Piepsen einem langgezogenen Ton Platz macht. Ich gehe auch aus dem Raum und finde bald den Ausgang, ich spüre weder die fragenden und neugierigen Blicke von Angestellten und Besuchern, noch die Zähne des Hundes, der sich gerade an meinem Bein festgebissen hat, weil er denkt, ich sei ihm auf den Schwanz gestanden... bin ich das denn?
Irgendwann lässt er los..
 

Rink

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So, der vorletzte Teil :)

Aus der Dunkelheit (4.Teil)

Ich spüre dem Wind, der durch meine Haare fährt, ja meine Haare, ich habe sie mir abgeschnitten, nachdem sie gegangen ist. Wollte mich verändern, um wieder leben zu können. Ich muss über meine eigene Torheit lachen. Wieder kommen die Tränen in meine Augen. Ich setze mich auf eine Steinmauer, die ein Schafweidegebiet abgrenzt.
Da sitze ich, bis die Sonne mir verrät, das ein neuer Tag begonnen hat.
Ein kleines, rothaariges Mädchen taucht plötzlich auf und hält dort lange meine Hand. Sie streichelt die blutigen Wunden meiner Hand und schaut mich fragend an. Es tröstet mich ein wenig, doch als es meine traurigen und in Tränen aufgelösten Augen sieht, da verrät mir ein Glitzern in ihren Augen, das ich es zum Weinen gebracht habe. Ich fühle mich schlecht, laufe davon und das Kind bleibt alleine zurück, auch es wird mich vergessen - irgendwann.
Schweigend laufe ich eine weile durch die Gegend, schliesslich finde ich einen Baum und lege mich darunter. Das Meer muss nahe sein, ich höre ein leises Rauschen. Meine Augen sind leer, leergeweint, starren in die Sonne, sehen aber nur Dunkelheit. Ich erblinde, ohne das ich es bemerke, es spielt auch keine Rolle.
Meine Finger fahren mir durchs Gesicht, Stoppel säumen die Rundungen, ich spüre eine Zecke, die sich festgesogen hat, lasse sie aber dort, wenigstens jemand, dem mein Leben nutzen bringt. Die Nacht kommt.
Wollige Schafe legen sich in der Nacht zu mir, diese Wärme, ich hatte sie schon lange nicht mehr gespürt, diese Wärme eines anderen Körpers. Ich frage mich, warum ich es zu ende bringen will. Um zu vergessen? Ich blicke auf mein Leben zurück, der Fehler war, das ich das Licht einen Moment lang gesehen hatte, es hat für kurze Zeit mein Pech durchbrochen, mich das Paradies spüren lassen, meine Nacht erhellt, nur um mich dann wieder in die tiefe Nacht zu stürzen. Grausam, aber es war nicht ihr Fehler. Ich habe es ihr nicht gesagt, keine Nachricht hinterlassen, vermutlich würde sie noch nicht einmal etwas von dem Brand erfahren. Das soll sie ja auch nicht, ich will ihre Welt nicht zerstören, nur die Meinige soll zu Bruch gehen, endgültig die schlecht zusammengeklebte und nur durch Hoffnung und heisser Luft lebende Welt zusammenstürzen lassen. Ich habe nirgens Halt gefunden, die Scheidung hat es aber eben noch endgültig gemacht, mein Alles aus der Türe gehen zu sehen, das hat mich auf eine Art schon getötet. Ich kann keinen Moment in Ruhe verbringen, kein Augenblick vergeht, ohne das ich an sie gedacht hätte. Der Schmerz des Verlustes quält mich seit so langer Zeit. Ich weis, das ich ihn nicht bewältigen kann.
 

Rink

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Voilà, das wärs.
Nun seid ihr wieder an der Reihe :p :)

Gruss

Rinky


Aus der Dunkelheit (5.Teil)

Ich höre das Singen der Vögel, der Morgen kommt, ein neuer Morgen bricht an, der letzte. Langsam gehe ich dem Rauschen ein wenig entgegen. Der Wind schlägt mir ins Gesicht, ein angenehmes Gefühl, die ersten Regentropfen treffen mich an die Stirne. Ich reisse mir die Kleider vom Leibe, nackt renne ich über die Wiese, fange die Regentropfen, die ich nicht mehr sehen kann mit meinem Körper. Es ist ein schönes Gefühl, ich spüre, wie die Verrücktheit mein klares Denken verschleiert, endlich... end-lich.
Die Kälte des Windes und des Regens spüre ich nicht mehr. Für mich ist es so warm hier, so volkommen. Ich rieche den Duft meines Schweisses, spüre, wie er sich mit dem Regen vermischt, eins wird. Unter meinen Füssen spüre ich das nasse Gras. Der Regen prasselt auf meine Stirne, spühlt alle Gedanken und alle Bedenken weg.
Ich bin soweit, packe mein letztes Stück klares Denken und suche die Klippe mit meinen nackten Füssen. Als ich das Rauschen weit unter mir höre, weis ich, das es nun soweit ist. Raus aus der Sinnlosigkeit meines Seins, rein in etwas neues, anderes, den Schmerz endlich vergessen, die Vergangenheit verlieren, und vorallem mich selber verlieren, etwas schöneres kann ich mir nicht vorstellen. Gerade will ich meinen Fuss in die Luft setzen, als mir noch die kleine Zecke in den Sinn kommt. Sorgfältig entferne ich den Blutsauger von meinem Gesicht, hoffe, ihn nicht zu verletzen, setze ihn sanft in das Gras und trete dann ins Leere... ein Lächeln erscheint auf meinem Gesicht, etwas so fremdes für diese Züge.
Der Fall ist kurz, Adrenalin durchzückt meinen Körper, ein gutes Gefühl, wie der Wind mit meinem Körper spielt, ihn umschliesst, ihn zu Wind werden lässt. Mein Körper dreht sich, mein Kopf lechzt nach dem Wasser.
Der Aufprall ist heftig, ich schlage auf den Felsen auf. Ein Gefühl des Schmerzes durchzückt meinen Körper, als es ihn in Fetzen reisst, aber es gibt nichts mehr, was die Signale empfangen könnte. Endlich konnte ich die Nacht betreten, das Sein verlassen, als das Wasser mein Blut von den Felsen wäscht, betrete ich schon den Kanal des Lichts, im Hintergrund höre ich noch ein letztes mal Musik... sanft ausklingend - das Piano...
Der Körper lässt meine Seele endlich frei, ist nicht mehr länger ein Gefängnis, ja eine Last... ich bin frei, frei, fr...
 

Paladin

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Und weil so schön ist, gibt's auch von mir 'ne Fortsetzung.

Die Kopfprämie - Teil 2

Der Vorteil von Nachtsichtgeräten ist, dass man in der Nacht sehen kann. Der Nachteil von Nachtsichtgeräten ist, dass man am Tag damit nichts erkennen kann. Der besonders verhängnisvolle Nachteil von Nachtsichtgeräten ist die Tatsache, dass sie die Wirkung von Blendgranaten sehr verstärken. Das geschah nun auch mit den Leibwächtern im Wohnzimmer, die , halb schreiend, halb fluchend, nun versuchten, mit geblendeten Augen die Geräte auszuziehen versuchten. Oder jedenfalls halb, denn schon kam Mark in den grell erleuchteten Raum gelaufen, eine Tokarev nach Links, eine nach Rechts gestreckt und auf beiden Seiten Menschen erschiessend. Keine Reaktion. Dann hörte er hinter sich ein Geräusch. Mark drehte sich um 180° und stieß sich vom Boden ab. Er schoß in die geräuschgebende Richtung und erwischte einen weiteren Mann. Der Killer landete auf der Schulter und rollte nach hinten ab. Dann sprang er nach vorne, schlitterte auf dem Rücken unter einem Tisch entlang und zerschoß eine silouettenhafte Gestalt, die sich über ihm breitmachte. Die Wirkung der Blendgranaten ließ langsam nach. Mark ging hinter dem Türrahmen zum marmorverzierten, glatt gebohnerten Badezimmer in Deckung und kramte in seiner Jacke herum, die alle möglichen Utensilien beinhaltete. Er zog ein paar Clips heraus. Schnell lud er die 213a's nach und suchte weiter. Da. Zwei Rauchgranaten. Mark zog die Sicherungsstifte und warf sie zurück in die nun sich wieder gefangene Menge von schießenden Leibwächtern. Es funktionierte. Breite, dicke Rauchschwaden erfüllten den gesamten Rauch. Zugebellte Befehle mischten sich mit Flüchen und ähnlichem. Mark tauchte ab und schlug sich seinen Weg durch den Nebel. Eine Tür wurde aufgerissen, der Rauch lichtete sich. Dodge bahnte sich seinen Weg zum Fenster und riß die schweren Vorhänge zurück, die bis eben gleichermaßen neugierige Blicke durch Zielfernrohre von geladenen .50er Snipers und Sonnenlicht ferngehalten hatten. Aber jetzt nicht mehr. Dodges Gestalt warf einen langen Schatten, als er so dastand, mit dem Rücken zum Licht, wie ein Heiliger in der Bibel. Ironisch.
Mit einer Hand den Vorhang haltend, entluden sich mehrere Kugeln hintereinander aus dem Lauf der MAC60 und bohrten sich der Reihe nach durch Kleidung und menschliche Haut in menschliches Gewebe und menschlichte Organe.
Also, die Kugeln, die trafen, bis Dodge selber ein paar abbekam, als er einen weiteren Vorhang zur Seite riß, um den Gegner keinen Anhaltspunkt auf seine genaue Position zu geben. Er stürzte nach hinten durch das Glas und blieb regunglos liegen. Als er nichts hörte, klappte sein Oberkörper nach oben und schoß weiter, in die Brust eines nahe stehenden Schützen. Verdammt, das hatte ihn Zeit gekostet. Die restlichen Wächter hatten ihren Boss schon in den Flur gebracht. Mark stürmte nach.
 

Windsong

Succubus
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Schöne Geschichten, die Ihr hier geschrieben habt :) Solange jeder seine eigenen geistigen Früchte hier veröffentlicht, ist das Superschön.
Aber mit Geschichten anderer Leute wäre ich vorsichtig! Denn diese unterliegen eindeutig dem Copyright der Schriftsteller, die sie geschirieben haben. Würde ich eine meiner Geschichten irgendwo in dieser Form finden, würde ich unter Garantie zur Form auflaufen. Gerade Kurzgeschichten und Ideen werden so schnell geklaut! Und selbst, wenn man den Autor darunter setzt, ist das nicht genug, da man ja gerade in diesem Moment schon eine Copy unerlaubt anfertigt.
 
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