Kurzgeschichten

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Running out of Time
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17.04.2002
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Ich hab dich lieb.

Das waren die letzten Worte die wir zueinander geflüstert haben. Wir haben diesen einfachen, selben Satz so oft gesagt, weil andere Worte uns einfach nicht dafür, für uns, passten.
Und er wurde nie belanglos oder falsch, auch wenn er manchmal ironisch benutzt wurde oder der andere mit „Ich hab mich auch lieb“, konterte.

Dauernd möchte ich dir von etwas erzählen, das ich gerade erlebt habe. Egal wie banal oder wichtig es ist, ich würde einfach nur gerne mit dir darüber reden.


Das ich mich wieder mit Leuten getroffen habe die wir beide kennen und wegen denen und deren Gemeinschaft wir uns überhaupt erst kennengelernt haben. Ich würde gerne mit dir darüber plaudern, lachen und schmunzeln.
Berichten, dass es Spaß gemacht hat und Sachen zu erzählen gibt die ich nur mit dir besprechen kann.

Ich stelle mir vor wie wir alte und neue Geschichten austauschen und über neue Menschen und Ereignisse reden die wir jetzt nie zusammen kennenlernen konnten.
Dir zeigen wie Leute darauf reagiert haben, dass du weg bist und was das für sie bedeutet. Wie dein verblassender Fußabdruck auf dieser Welt nun aussieht.
Deine Reaktion mit großen Augen auf all das zu sehen und dein verschmitztes Lächeln.

Ich würde gerne über dich reden und über uns, aber der einzige mit dem ich diese Erlebnisse wirklich teilen konnte warst du und jetzt ist uns die Zeit weggelaufen.



Mir fehlt deine Umarmung und dich berühren zu können. Jetzt spüre ich nichts mehr.


Ich will dir Fragen stellen. Jetzt bekomme ich keine Antworten mehr.

Ich vermisse deine Vorschläge und deine Wünsche. Jetzt ist dort nur Stille.

Ich vermisse Sorge um dich zu haben. Jetzt empfinde ich nur noch Trauer.

Ich vermisse es dich zu versorgen. Aber da ist nur noch Leere.

Ich vermisse deine Ideen und Unternehmungen mit dir. Ich habe nichts das das ersetzt.

Ich vermisse deine Hilfe und dir zu helfen. Ich fühle mich hilflos.

Ich vermisse es einschlafen zu können ohne an dich mit Kummer und Schmerz zu denken.



Ich vermisse dich einfach so unglaublich.



Ich muss das irgendwie raus schreien obwohl es mir die Kehle zuschnürt und nachdem ich seit Jahren keine vernünftigen Zeilen geschrieben habe.
Ich hasse es, dass ich glaube diese Worte aufschreiben zu müssen und zu teilen, weil ich es nicht mehr mit dir kann und mich das erstickt.
Ich bereue nicht mich an dich gebunden zu haben, das war das beste, du warst das beste was mir je passiert ist, aber ich hasse es, dass ich mich nicht lösen kann und so stagnierend, festgefahren und abhängig bleibe.
Ich glaube ich hatte mit dir mein Glück überreizt.

Ich wünschte ich könnte dir all das und viel mehr noch sagen und dich wieder für Sekunden umarmen.


Auch wenn du das nie wieder hören wirst: Ich hab dich immer noch lieb.
 
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